Let’s Get Ready to Rumble.

Tag der Einschulung auf der Schragmüller Grundschule

Tag der Einschulung auf der Schragmüller Grundschule

Von jetzt an jetzt musste ich kämpfen. Zweite Reihe von Oben, fünfter von links, der mit dem rotkarierten Hemd. Wie man sieht, damals schon eine halbe Portion. Es galt also, sich eine Überlebensstrategie einfallen zu lassen. Das ich der kleine Bruder meines großen Bruders war half hier nur bedingt.

Nützlicher war da schon eher meine Veranlagung zum Jähzorn verbunden mit anhaltenden, ungehemmten cholerischen Anfällen. Für andere Lebensbereiche stellte sich diese Technik jedoch als eher ungeeignet heraus. Der Lehrkörper formulierte es folgendermassen: „Robert muss lernen, seine Auseinandersetzungen sachlich zu regeln“. Mein Vater wiederum hatte seinerseits überzeugende Argumente, diese Auffassung auch mir zu eigen zu machen.

Als weniger problematische Methode, sich den Respekt der rauflustigen Klassenkameraden zu verdienen, erwies sich die detaillierte zeichnerische Darstellung von Panzerschlachten, Untergängen der Titanik und verheerenden Verkehrsunfällen. Und im Gegensatz zu den bizarren Tobsuchtsanfällen gab es hierfür auch schon mal Anerkennung vom Lehrkörper, auch wenn ihnen meine Sujets bisweilen befremdlich erschienen.

Leider sind sämtliche Werke aus dieser frühen und sehr produktiven Schaffensphase bis heute verschollen.

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Sie starben in ihren Stiefeln.

Schnorren war in den späten 80ern noch ein einträgliches Geschäft. Auch ohne Gitarre.

Meine Kindheit war dann auch irgendwann vorüber. Schlagartig bewusst wurde es mir, als die Türkenbengel in der Nachbarschaft mich auslachten, weil ich mit Puppen spielte. Und so starben meine geliebten Aktionfiguren, die Helden meiner Kindheit, Big Jim, Big Jeff, Big Jack, Big Joe, Dr. Bushido und Ken, der immer von den anderen verprügelt wurde, ihren letzten Heldentod im Feuer. Ihre Seelen stiegen in einer giftigen Rauchsäule gen Himmel und die meine gleich mit. So blieb mir nur noch der Zeichenstift.

Es war der Punk, der sich als am besten geeignet herausstellte, die darauf folgende Leere meines pubertären Daseins zu füllen. Ausserdem brauchte man sich nicht mehr zu waschen.