San Quentin, you’ve been livin‘ hell to me.

Eines Tages standen unsere Freunde und Helfer vor der Tür. Eigentlich nichts besonderes, war ich doch mit den Kollegen der Nachtschicht quasi perdu. Nur, heute war die Musik gar nicht an.

Es stellte sich heraus, dass sie ein anders Anliegen hatten. Offensichtlich eine Verwechselung, doch leider erwies sich mein Status des stadtbekannten Asozialen als nicht sonderlich geeignet, meine Glaubwürdigkeit zu unterstreichen. So musste ich die Zeit bis zur Hauptverhandlung leider im staatlichen Gewahrsam verbringen. Erst dann fand man heraus, dass da wohl der falsche Mann fünf Monate gesiebte Luft geatmet hat.

Ich möchte mich aber im Nachhinein gar nicht beschweren, hatte ich doch auf diese Weise viel Gelegenheit über meinen bisherigen Lebensweg zu sinnieren. Höhepunkt dieses tiefen in-sich-gehens war schließlich eine äusserst lebhafte Vision von Jesus Christus. Irres Ding, muss ich wirklich sagen. Vergisst man nicht so schnell.

Jedenfalls kamen mir auch diesmal meine zeichnerischen Fähigkeiten zugute, vornehmlich in Gestalt von Tatoovorlagen. Die harten Jungs haben nämlich tatsächlich Respekt vor musischen Talenten und hat man erst mal einen starken Freund, wird das Leben doch gleich etwas entspannter. Auch meine zweite Veranlagung fand endlich wieder mehr Anerkennung.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s